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Das Geschenk der Vergänglichkeit

Heute beantworte ich eine Frage von Lisa, die in den letzten Monaten immer wieder mit dem Thema Tod und Sterben in Berührung kam.

Sie fragt sich, ob es überhaupt Sinn macht, etwas aufzubauen und sich tief auf das Leben einzulassen, wenn wir am Ende sowieso sterben.

Ich finde dieses Thema passt wunderbar zum Herbst, der eine Jahreszeit ist in der wir mit der Vergänglichkeit konfrontiert werden. Die Blätter fallen und das Jahr neigt sich seinem Ende zu.

Was geschieht, wenn wir uns unserer Sterblichkeit auf liebevolle Weise nähern? Gibt es vielleicht sogar etwas, das sie uns schenken kann?

Liebe Lea,

ich habe eine Frage: mich beschäftigt gerade so das Thema Sterben und Tod. Vielleicht auch, weil ich so viele Leute kenne, die gerade sterben/ gestorben sind. Viele auch ganz unerwartet oder ganz tragisch durch langes Leiden z.B. durch Krebs. Viele wurden (zumindest von außen betrachtet) total aus dem Leben gerissen und haben sehr gelitten und große Angst gehabt vorm Sterben.

Ich merke, dass ich mit dem Thema ganz schlecht umgehen kann und große Ängste hochkommen. Manchmal verstehe ich den Sinn nicht ganz. Und manchmal hab ich das Gefühl, ich komm  lieber gar nicht ganz im Leben an, bau mir nichts großes auf, häng mich nicht so ans Leben, dann ist es vielleicht nicht so schlimm, wenn man wieder gehen muss. Besonders große Angst habe ich vor Krebs.

Ich wollte dich fragen, ob du auch mal was über dieses Thema schreiben/ erzählen könntest? Das würde mich sehr freuen und ich denke auch, dass das ein Thema ist, das viele beschäftigt.

Viele liebe Grüße, Lisa

Liebe Lisa,

wie schön dass du dieses Thema ansprichst. In unserer heutigen Welt wird viel zu selten über das Sterben gesprochen, das eigentlich ein natürlicher Teil unseres Lebens ist.

Im alten Bewusstsein wurde die Tatsache, dass unser Körper vergänglich ist, entweder total verdrängt, oder als etwas Schreckliches wahrgenommen. Für die meisten ist das Sterben wie eine dunkle Bedrohung vor der man sich fürchten muss.

Wenn uns das Sterben berührt

Ich war erstaunt als vor einigen Jahren während einer Meditation auf einmal der Gedanke auftauchte: „Ich werde sterben.“ Da ich gerade in einer Meditation war, bin ich diesem Gedanken einfach begegnet.

Zunächst fühlte ich eine tiefe Angst, ein inneres Kämpfen und letztendlich eine große Stille. Da ich spürte, dass dieses Thema mir etwas zeigen möchte, habe ich mich einige Zeit damit beschäftigt.

Ich habe gelesen, dass viele buddhistische Mönche ganz bewusst in einer Leichenhalle meditieren und sich so ihre eigene Sterblichkeit bewusst machen. Soweit bin ich nicht gegangen 🙂 – doch ich habe mir erlaubt, meiner Angst vor dem Sterben zu begegnen.

Lustigerweise fühlte ich mich jedes Mal, wenn ich meiner Sterblichkeit begegnet bin, lebendiger als jemals zuvor.

Ein Teil von mir hat wohl immer gegen das Sterben angekämpft und war deshalb gar nicht offen für das Leben. Je mehr sich dieser Klammergriff gelöst hat, umso tiefer konnte ich mich entspannen und mein Leben wieder fließen lassen.

Das Geschenk unserer Sterblichkeit

In der Begegnung mit unserer Sterblichkeit verbirgt sich ein großes Geschenk. Wir können erfahren, welcher Teil von uns sterblich ist – und welcher Teil zum unendlichen Leben gehört.

Für mich war es angenehm, meine vergangenen Leben zu spüren, wahrzunehmen wie oft meine äußere Form geboren wurde und wieder gestorben ist – doch ich bin immer noch da.

Wer wir wirklich sind, ist ein Teil des Lebens, ein Teil des Seins. Dieses Leben hat weder einen Anfang noch ein Ende, es ist da, unendlich lebendig, weise und liebevoll.

Wenn wir innehalten und dem Sterben begegnen, können wir erkennen, was niemals stirbt.

Wenn wir es wagen zu leben

Ich kenne den Gedanken sehr gut, dass es sich nicht lohnt sich für etwas zu öffnen, wenn wir sowieso schon wissen, dass es irgendwann einmal zu Ende geht. Das war für mich immer ein Argument, keine Haustiere mehr zu haben, da sie irgendwann einmal sterben werden.

Wie froh bin ich heute, dass ich mir erlaubt habe, dem Sterben und dem Schmerz der damit verbunden ist, zu begegnen. Unser Hund Noah ist ein so wundervoller Seelengefährte und die Zeit, die er mit uns verbringt, ist kostbar für mich.

Wenn du magst, lass dich ein auf die Begegnung mit deiner Sterblichkeit und beobachte, welche Bereiche deines Lebens dadurch lebendiger werden. Du darfst dein Leben in vollen Zügen genießen und die Welt um dich herum gestalten!

In Liebe sterben

Je mehr wir uns zu Lebzeiten mit dem Thema Sterben beschäftigen, umso liebevoller und bewusster verläuft unser Sterben. Wenn ich heute an mein Sterben denke, spüre ich, dass es – wie alles andere auch – aus der Liebe meiner Seele entstehen wird, wenn die Zeit reif ist.

Ich werde den Herbst meines Lebens erfahren und wissen, dass meine Reise auf einer neuen Ebene weiter gehen wird. Dann kann ich Abschied nehmen, mich in die Arme meiner Seele sinken lassen und der Liebe erlauben, mich zu neuen Ufern zu schaukeln.

Sterben kann liebevoll und sanft verlaufen. Es ist nur eine Tür durch die wir gehen. Das Leben fließt weiter.

Liebe Grüße, Lea

Bild: Istockphoto | © borchee

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