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Der kleine Engel und seine Aufgabe

Es war einmal ein kleiner Engel…

Lange Zeit war er im Universum herum gereist und hatte sich die unterschiedlichsten Orte angeschaut.

Der kleine Engel hatte bereits viel gelernt, doch er spürte, dass es da noch etwas gibt, das er entdecken möchte.

Eines Tages erzählten seine Freunde von der Erde.

„Die Erde? Wo ist denn das?“

Sie lachten und erklärten ihm: „Die Erde ist ziemlich abgelegen. Es ist ein Ort an dem Engel lernen können, in einem Körper zu leben.“

„Ein Körper?“, hakte der neugierige kleine Engel nach.

„Das ist so eine Art Anzug. Du schlüpfst hinein und die ganze Zeit, während du auf der Erde bist, bleibst du in diesem Körper.“

Ein neues Abenteuer

„Ich verstehe nicht ganz, was das soll“, sagte der kleine Engel nachdenklich.

„Was ist so besonders daran, einen Körper zu haben. Ist das nicht schrecklich unpraktisch? Man kann nicht mehr fliegen, oder schnell an einen anderen Ort gelangen.“

„Dafür kannst du lernen, tief in deinem Inneren anzukommen. Du kannst viel intensiver fühlen und alles viel deutlicher wahrnehmen. Viele Engel, die bereits auf der Erde waren sagen, dass ein Tag auf der Erde so intensiv ist wie ein Jahr als Engel.“, erklärten ihm die anderen.

„Wow!“, sagte der kleine Engel.

„Ja.“, meinten seine Freunde lachend.

Der kleine Engel begann sich für die Erde zu interessieren. Er las alle möglichen Bücher über die Erde. Er lernte die Geschichte der Erde näher kennen. Er sprach sogar mit einigen älteren Engeln, die bei der Schöpfung der Erde mit dabei waren.

Alles was der kleine Engel lernte, begeisterte ihn.

Die Geschichten der Menschen waren manchmal schmerzhaft schön, tragisch und doch ganz besonders.

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Der kleine Engel trifft eine Entscheidung

„Ich will auf die Erde gehen“, teilte der kleine Engel eines Tages seinen Freunden mit.

„Ehrlich? Das ist aber mutig.“

„Ich habe alles gelesen. Ich habe mit anderen gesprochen, die ebenfalls dort waren. Mein Entschluss steht fest.“

„Du weißt aber, dass es da lange Wartezeiten gibt, oder?“

„Wartezeiten? Warum das denn, “ fragte der kleine Engel.

„Na, weil doch im Moment auf der Erde das Erwachen stattfindet. Das ist ein total spannendes Event. Das gibt es nur einmal. Und seit Jahren wollen alle auf die Erde, um das mitzumachen.“

„Aus meiner Familie sind momentan fast alle auf der Erde“, sagte ein guter Bekannter des kleinen Engels.

Der kleine Engel ließ sich auch von den langen Wartezeiten nicht abschrecken. Er meldete sich schon am nächsten Tag beim Erdenbüro und durfte eine Nummer ziehen.

„Du wirst benachrichtigt, wenn ein Platz frei wird“, sagte die nette Engeldame.

Der kleine Engel wartete und wartete und wartete.

Im Wartezimmer des Erdenbüros war einiges los. Ganze Familien warteten in großen Gruppen. Sie hatten sich auf den Stühlen ausgebreitet und große Picknickkörbe ausgepackt.

Der weise Engel

Neben dem kleinen Engel saß ein älterer Engel, der ziemlich ruhig wirkte.

„Wartest du auch?“, fragte ihn der kleine Engel.

„Nein. Ich war schon öfter dort. Meine Familie und ich arbeiten beim Engel-Aufweckdienst. Ich warte nur auf den Bus, denn heute beginnt meine Schicht.“

„Engel-Aufweckdienst? Was ist das denn?“, wollte der kleine Engel wissen.

„Auf der Erde haben viele Engel vergessen, wer sie wirklich sind. Sobald sie in ihrem Körper ankommen, vergessen sie, dass sie Engel sind. Sie vergessen ihre Fähigkeiten und wo sie eigentlich herkommen.“

Der kleine Engel fühlte auf einmal ein mulmiges Gefühl im Körper. Alles zu vergessen, was für ein schrecklicher Gedanke! Es war beinahe unvorstellbar für den kleinen Engel. Tief in seinem Inneren schwor er sich: „Ich werde nicht vergessen, wer ich bin.“

Der weise Engel der neben ihm saß, lächelte ihn gutmütig an.

„Es ist nicht schlimm, wenn du vergisst, wer du wirklich bist. Ich komme vorbei und wecke dich auf. Außerdem erwachen momentan immer mehr Engel auf der Erde. Sie erinnern sich wieder daran, wer sie wirklich sind.“

Der kleine Engel war wieder etwas zuversichtlicher. Er lehnte sich zurück und beobachtete das geschäftige Treiben im Wartezimmer des Erdenbüros.

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Der Engel-Aufweckdienst

Während der langen Wartezeit erzählte ihm der weise Engel viele Geschichten über seine Erfahrungen auf der Erde. Manche Geschichten waren traurig, denn viele Engel waren so tief in das Vergessen hineingefallen, dass sie begannen, andere Engel zu verletzen, sogar zu töten. Doch es gab auch viele schöne Geschichten, von mutigen Engeln, die ihrem Herzen folgen – manche Geschichten waren sogar witzig.

„…und dann zupfte ich ihn am Ärmel“, der weise Engel kicherte mitten in seiner Geschichte über einen Engel, der einfach nicht aufzuwecken war, „und er murmelte nur, dass ich ihn weiter schlafen lassen soll und dass sein Wecker noch gar nicht geklingelt hätte.“

Der kleine Engel kicherte ebenfalls. Es war einfach zu komisch, wie sich manche Engel auf der Erde aufführten, wenn die Engel vom Aufweckdienst bei ihnen vorbei kamen. Sie hatten eine Ausrede nach der anderen und probierten jeden Trick, um weiter schlafen zu können.

Es schien fast so, als wollten sie nicht aufwachen.

Nur ganz wenige Engel waren beim ersten Aufwecken überhaupt wach zu kriegen. Der weise Engel erzählte von einigen, die er fünf oder sechs Mal aufwecken musste. Sie sind einfach immer wieder eingeschlafen.

Der kleine Engel nahm sich fest vor, beim ersten Aufwecken aufzuwachen. Oder noch besser, gar nicht erst einzuschlafen.

Es geht endlich los

Dann war es endlich so weit. Die Nummer des kleinen Engels wurde aufgerufen. Er umarmte den weisen Engel zum Abschied. Der weise Engel versprach ihm, ihn schon bald aufzuwecken.

Dann ging es los.

Der Eingang zur Erde öffnete sich.

Der kleine Engel und eine kleine Gruppe anderer Engel wurden durch das große Tor in den Vorbereitungsbereich geführt.

Ein Büro-Engel mit einem Clipboard las die Regulierungen vor.

Doch die aufgeregte Gruppe der Engel war so laut, dass man nur wenige Sätze verstehen konnte.

„andere Engel sind nicht zu verletzen, geh achtsam mit der Erde um, erinnere dich an deine Aufgabe, bitte um Hilfe, bei Auseinandersetzungen halte dich zurück und höre auf dein Herz…“

Einige Engel machten laute Witze.

„Als ob ich jemals einen anderen Engel verletzen würde“, sagte eine jüngere Engeldame. „Das ist sowas von überflüssig, mich daran zu erinnern.“

„Eben“, meinte ihre beste Freundin. „Wir sind doch alle miteinander verbunden.“

Doch der kleine Engel hatte die Erde lange studiert und festgestellt, dass es auf der Erde sehr viel Gewalt und Kriege gab – und immer noch gibt. Er konzentrierte sich weiter auf die Vorschriften, die der Büro-Engel vorlas.

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Leben ohne Rückgaberecht

Es gab noch einige Unterlagen zu unterschreiben.

Der Büro-Engel fragte jeden nach seiner Versicherung und danach, ob derjenige sich gut überlegt hat, auf die Erde zu gehen.

„Es gibt kein Rückgaberecht und keine Zufriedenheits-Garantie“, betonte der Büro-Engel. „Sobald du den Weg auf die Erde beschreitest, gibt es kein Zurück mehr.

„Wie lange dauert denn ein Leben?“, erkundigte sich der kleine Engel.

Der Büro-Engel zeigte ihm die Broschüre. Da gab es kürzere, sehr intensive Leben, und längere Leben. „Momentan liegen die längsten Lebensspannen bei ungefähr 100 Jahren“ erklärte der Büro-Engel.

„Nur 100 Jahre?“ entgegnete der kleine Engel. Das kam ihm lächerlich kurz vor. Schließlich war er selbst einige Milliarden Jahre alt.

„Du wirst sehen, 100 Jahre sind eine unglaublich lange Zeit. Das Leben auf der Erde ist sehr anstrengend für Engel, zumindest im Moment, wo noch nicht so viele Engel auf der Erde wach sind.“

Die Zeit des Erwachens

„Wie sieht es denn momentan aus mit dem Erwachen“, fragte der kleine Engel.

Der Büro-Engel tippte etwas in seinen Computer ein.

„Also, im Moment befinden wir uns in der A-Phase. Das ist die Anfangsphase des Erwachens. Noch sind es nur einige wenige Engel, die erwachen. Man wird schon noch komisch angeschaut wenn man erwacht, aber man wird in den meisten Fällen nicht verfolgt oder eingesperrt.“

Der kleine Engel nickte erleichtert.

„Doch in einigen Jahren“, betonte der Büroengel, „da beginnt die B-Phase des Erwachens. Da sind dann bereits ein Drittel aller Engel wach. Da wird es dann leichter für erwachende Engel.“

Der Büro-Engel fügte mit leuchtenden Augen hinzu: „Ach, es ist eine spannende Zeit auf der Erde! Wenn ich nicht so viel zu tun hätte, würde ich glatt auch mitgehen. Ich war das letzte Mal im Mittelalter auf der Erde. Aber ich habe bereits ein weiteres Erdenleben beantragt.“

Endlich waren alle Formulare ausgefüllt und der kleine Engel wurde von einem Helfer an eine große Tür geführt.

Der Helferengel zeigte ihm ein Foto von der Erdenfamilie, die bereit war, den kleinen Engel aufzunehmen.

Der kleine Engel betrachtete das Foto auf dem vier Menschen zu sehen waren. Eine Mutter, ein Vater und zwei Geschwister.

„Bald schon wird das meine Familie sein“, dachte der kleine Engel im Stillen.

Als ein lauter Gong ertönte öffnete der Helfer-Engel die Tür und führte den kleinen Engel in den Gang.

„Gehe einfach immer geradeaus“, sagte der Helferengel. „Dieser Weg führt dich direkt zu deinem Körper.“

„Wundere dich nicht, wenn es sich komisch anfühlt, sobald du deinem Körper näher kommst. Das liegt daran, dass dein Engelselbst sich mit dem Körper verbindet. Du wirst dann beides fühlen können – dein Engelsein und deinen Körper.“

Der kleine Engel nickte und ging mit klopfendem Herzen in den ziemlich dunkel wirkenden Gang hinein.

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Der Weg auf die Erde

Langsam tastete der kleine Engel sich vorwärts. Er drehte sich noch einmal um. Die Geräusche des Erden-Wartezimmers waren längst nicht mehr zu hören. Nur noch eine kleine leuchtende Öffnung war hinter ihm zu sehen.

Der kleine Engel musste schlucken. Auf einmal war er sich gar nicht mehr so sicher, ob seine Reise auf die Erde eine so gute Idee war. Doch er wusste, dass es kein Zurück gibt.

Von ganzem Herzen hoffte er, dass seine Mutter – ein ganz liebevoller Engel dem er schon öfter begegnet war – ihn gut aufnehmen würde.

Der kleine Engel nahm all seinen Mut zusammen und ging weiter Schritt für Schritt durch den langen Gang.

Auf einmal war es stockdunkel. Der Gang schien immer weiter nach unten zu gehen und das Licht des Erden-Wartezimmers war nun nicht mehr zu sehen. Der kleine Engel musste sich in der Dunkelheit weiter voran bewegen.

Bin ich willkommen?

Auf einmal hörte der Engel in der Ferne Stimmen. Es kam ihm so vor, als würden die Stimmen aus der Tiefe aufsteigen.

Die Stimmen klangen aufgeregt.

Der kleine Engel blieb atemlos stehen und lauschte.

„Wir haben besprochen, dass wir nur zwei Kinder haben wollen“, donnerte eine männliche Stimme in der Ferne. „Und das ist meine Schuld?“ hörte er eine verzweifelte weibliche Stimme antworten. „Ich wollte nächstes Jahr wieder arbeiten. Jetzt muss ich alle meine Pläne aufgeben!“

„Oh nein!“, dachte der kleine Engel. „Das sind meine Eltern, die sich da streiten.“

Der kleine Engel spürte die Wellen der Traurigkeit, die durch den dunklen Gang strömten. Er spürte die Gefühle seiner Mutter.

„Das muss eine Verwechslung im Erdenbüro gewesen sein“, dachte der kleine Engel niedergeschlagen. „Ich dachte, dass sich meine Eltern auf mich freuen.“

Mit schwerem Herzen ging der kleine Engel weiter. Er hörte seine Eltern öfter streiten. Er spürte die Gefühle seiner Mutter. Manchmal spürte er ihre Liebe, doch manchmal spürte er ihre tiefe Traurigkeit.

Der kleine Engel nahm sich fest vor, seiner Mutter nicht unnötig zur Last zu fallen.

„Mama, ich werde mir so viel Mühe geben, du wirst sehen.“, murmelte der kleine Engel.

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Engelsprache und Menschensprache

Der kleine Engel versuchte immer wieder, mit seiner Mutter zu sprechen. Doch sie schien ihn nicht zu hören.

„Mama, bist du da?“, fragte der kleine Engel. Doch es kam keine Antwort.

Eines Tages nahm der kleine Engel all seine Kraft zusammen und rief so laut er konnte: „Maaaaaaaaaaaaaaaaamaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Hörst du mich?“

Doch es blieb alles still.

Der kleine Engel hatte einiges von seiner Vorfreude verloren. Er konnte nicht zurück zu den Engeln, doch er konnte auch keinen Kontakt mit seiner Erdenfamilie aufnehmen. Er fühlte sich einsam.

Dann eines Tages begann er seinen Körper zu spüren.

„Wow“, staunte der kleine Engel. „Ich kann spüren wie mein Herz schlägt.“

Der kleine Engel kam seinem Körper jeden Tag ein wenig näher.

Ankommen im Körper

Eines Tages spürte der kleine Engel Wellen aus Energie, die zunächst ganz sanft waren, aber langsam immer stärker wurden.

Der kleine Engel wusste nicht genau, was das ist, doch es bleib ihm nichts anderes übrig als sich von den Wellen tragen zu lassen.

Diese starken Wellen führten ihn in seinen Körper hinein.

„Uff, ganz schön eng“, sagte der kleine Engel. Es kam ihm so vor als würde jede Welle ihn noch tiefer in den engen Körper hineinzwängen.

Es wurde eng. Noch enger. Und dann noch enger.

Der kleine Engel seufzte: „Ich hoffe, ich komme hier wieder heraus.“ Und kaum hatte er das gedacht, da war er auch schon draußen.

„Wo bin ich?“ dachte der kleine Engel.

Er sah ein gleißendes Licht und hörte laute Stimmen.

„Mama?“ sagte der kleine Engel. Doch irgendwas stimmte nicht mit seiner Sprache, denn jedes Mal wenn der kleine Engel etwas sagen wollte, hörte es sich ziemlich seltsam an. So etwa wie „Wääähhhh. Wääähhhh. Wähhhh.“

Dem kleinen Engel wurde es zuviel.

Es war eine harte Arbeit gewesen, im Körper anzukommen. Und nun war er hier in diesem winzigen Körper, konnte sich kaum bewegen und konnte nicht sprechen.

„Oh, ich werde eine negative Kundenkritik schreiben“, schwor sich der kleine Engel, „der Empfangsservice auf der Erde lässt einiges zu wünschen übrig. Da kann ich höchstens einen Stern vergeben – wenn überhaupt.“

Der kleine Engel, der sich in ein kleines Baby verwandelt hatte, schlief erschöpft ein.

Als er wieder aufwachte, war auf einmal eine Wärme da. Er hörte ein warmes Klopfen. „Das muss meine Mama sein“, dachte der kleine Engel ganz erleichtert.

Er hörte ihre Stimme. Auch die Stimme seines Vaters murmelte im Hintergrund. Und auch seine beiden Geschwister waren zu hören.

Alle hörten sich fröhlich an.

„Ah, dann ist es vielleicht doch okay, dass ich hier bin“, dachte der kleine Engel hoffnungsvoll.

Diesmal fiel er in einen angenehmen Schlaf.

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Menschsein ist gar nicht so einfach

In den nächsten Monaten erlebte der kleine Engel viele Abenteuer. Er lernte sich zu bewegen – was ihm am Anfang nicht wirklich gut gelang. Er konnte inzwischen auf eigenen Beinen stehen, Bauklötze aufeinander stapeln und „Mama“ sagen.

Zwischendurch erinnerte sich der kleine Engel an die Zeit bevor er in seinem Körper ankam. Er erinnerte sich an den weisen Engel, den er im Wartezimmer des Erdenbüros getroffen hatte.

Der Engel stellte staunend fest, dass vieles in Vergessenheit geriet. Am Anfang waren seine Erinnerungen noch deutlich. Doch je länger er auf der Erde war, umso verschwommener wurden seine Erinnerungen.

Zuerst vergaß der kleine Engel seine Engelfreunde.

Später vergaß er alles, was er vor seinem Ausflug auf die Erde erlebt hatte.

Und letztendlich vergaß er, dass er ein Engel war.

Sebastian, wie der kleine Engel genannt wurde, lebte bei seiner Menschen-Familie und wurde langsam erwachsen.

Die Zeit verging wie im Flug.

Zack – schon war er im Kindergarten.

Zack – schon kam er in die Schule.

Zack – schon begann er sein Studium.

Zack – schon trat er seine erste Arbeitsstelle an.

Ich bin ganz normal

Der kleine Engel war längst kein kleiner Engel mehr.

Wenn er morgens in den Spiegel schaute, sah er einen jungen Mann vor sich.

„Ich bin Sebastian. Ich bin 29 Jahre alt. Ich bin Ingenieur. Ich arbeite für eine Firma in der Nähe von Berlin.“

Sebastian hatte ein gutes Leben.

Er wohnte in der oberen Etage von einem älteren Haus. Er hatte viele Freunde und hin und wieder auch eine Beziehung. Er mochte seinen Beruf. Gebäude planen, berechnen und mit mathematischen Formeln zu arbeiten, das begeisterte ihn.

Er konnte sich stundenlang in seiner Arbeit verlieren.

Zu seinen Eltern hatte er ein gutes Verhältnis.

Sie waren inzwischen etwas älter geworden. Kein Wunder, denn Sebastian war ja auch das Nesthäkchen. „Unser Überraschungskind“, sagte seine Mutter oft zu ihm. Doch Sebastian mochte das gar nicht. Irgendetwas berührte ihn unangenehm, wenn seine Mutter davon erzählte, dass Sebastian eigentlich nicht geplant war und für eine Weile die ganze Familie durcheinander gebracht hatte.

Sein Vater war stolz auf ihn.

Sebastian hatte oft das Gefühl, dass sich sein Vater und er eigentlich wenig zu sagen hätten, wäre da nicht sein Beruf als Ingenieur. Da gab es zum Glück immer etwas zu erzählen.

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Aufwachen aus dem Schlaf

Eines Nachts schreckte Sebastian aus dem Schlaf auf. „Da war ein Geräusch“, dachte er. Sebastian lauschte in die Stille. Doch er hörte nichts.

So schlief Sebastian wieder ein.

Doch in der nächsten Nacht geschah genau dasselbe.

Wieder schreckte Sebastian auf. Diesmal war er sich ganz sicher, ein Geräusch gehört zu haben. Er stand auf und durchsuchte die ganze Wohnung. Er prüfte, ob alle Fenster geschlossen waren, fand aber nichts Auffälliges. Schließlich legte er sich wieder hin.

Sebastian schlief wieder ein.

Und so ging es die nächsten Wochen weiter.

„Geh zum Arzt“, sagte sein Kollege zu ihm, „Lass dir Schlaftabletten verschreiben. Doch Sebastian wusste aus eigener Erfahrung, wie unangenehm der Schlaf ist, der durch Medikamente erzeugt wird.

Sebastian ging in die Bücherei. Er wollte den Grund für seine Schlaflosigkeit finden. Er hatte bisher immer alle Antworten in Büchern gefunden, warum sollte es diesmal anders sein? Er wählte fünf Bücher über Schlaflosigkeit und zwei weitere Bücher über Stress, Entspannung und ein Buch über Yoga.

Zuhause angekommen blätterte Sebastian durch die Bücher.

In einem der Entspannungsbücher war ein Selbsttest zum Feststellen der inneren Anspannung. Sebastian macht den Test. „Sie sind ziemlich angespannt“ las er als er mit dem Test fertig war.

Je mehr Sebastian anfing, auf seine innere Verfassung zu achten, umso öfter fiel ihm auf, dass er sich oft gar nicht wohl fühlte. Es gab Momente, da fühlte er sich unruhig, angetrieben und irgendwie – leer.

Hinzu kam, dass in seiner Arbeitsstelle immer mehr Mitarbeiter entlassen wurden. Die Akten auf Sebastians Schreibtisch türmten sich immer höher.

Sebastian spüre eine leise innere Verzweiflung aufkommen.

„Ich kann nicht mehr. Es wird mir alles zu viel. Wenn ich so weiter mache, werde ich krank.“

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Die Zeit der Erinnerung

Sebastian wusste, dass seine Freunde ihn auslachen würden, wenn er ihnen erzählen würde, was in ihm vorging. Er wollte auch seiner Familie keine Sorgen bereiten. Also erzählte er niemandem über die seltsame Veränderung in seinem Inneren.

Als eine Bekannte ihm erzählte, wie entspannend der Yogakurs sei, den sie im neuen Yogazentrum um die Ecke gebucht hatte, meldete sich Sebastian ebenfalls an.

Er war einer der wenigen Männer in der Gruppe und kam sich zunächst ziemlich seltsam vor. Die Übungen schienen so einfach – doch trotzdem spürte er den Muskelkater am nächsten Tag im ganzen Körper.

Sebastian wachte weiterhin nachts auf und fühlte sich oft gestresst und einsam.

Auch der Yogakurs hatte diese Symptome nicht weggezaubert.

Eines Tages als die Yogastunde zu Ende war, standen zwei Frauen am Ausgang und unterhielten sich lebhaft.

Sebastian versuchte, sich an ihnen vorbei zu quetschen.

„…und seit einigen Wochen bin ich in einem so intensiven Prozess“, sagte die Frau mit dem lila T-Shirt. „Oh, wem erzählst du das“, sagte die andere Frau in der roten Leggins. „Bei mir kommt seit einigen Tagen die ganze Kindheit wieder hoch.“

Die beiden lachten laut und unterhielten sich weiter über etwas, das sie „Erwachen“ nannten.

Als Sebastian das hörte, musste er lachen. Schließlich suchte er seit Monaten nach einer Lösung für sein nächtliches – unfreiwilliges – Erwachen.

Die beiden Frauen drehten sich zu ihm um. „Na, was gibt es da zu lachen?“ fragten sie ihn freundlich.

Sebastian begann von seiner Schlaflosigkeit zu erzählen.

„Hey, das kann auch ein Zeichen für dein Erwachen sein.“, sagten die beiden zu ihm.

„Erwachen“, fragte Sebastian „was bedeutet das denn?“

„Na das bedeutet, dass du dich an dein wahres Sein erinnerst. Daran wer du wirklich bist.“, sagte die Frau in der roten Leggins.

Sebastian lachte, weil ihm das ganze Gespräch reichlich albern vorkam.

Die beiden Frauen klopften ihm freundlich auf die Schulter.

„Du wirst dich schon noch erinnern!“ Die Frau im lila T-Shirt gab ihm ein Buch über das Erwachen mit. Und als Sebastian zu Hause ankam, blätterte er darin.

Er las über die Zeichen des Erwachens.

Er las über die Veränderung auf der Erde.

Er las darüber, dass immer mehr Menschen erwachen.

Und obwohl sein erwachsener Verstand spöttisch reagierte und Sebastian befahl, er solle das Buch sofort wieder weglegen, spürte Sebastian etwas, das ihn berührte.

„Seltsam“, murmelte Sebastian. Es kam ihm so vor, als hätte er etwas Wichtiges vergessen. So sehr er sich auch bemühte, er kam nicht an die Erinnerung dran. Es war als würde er durch eine milchige Scheibe schauen.

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Der Engel Aufweck-Dienst

In dieser Nacht wachte Sebastian nicht sofort auf. Zuerst hatte er einen intensiven Traum. Dieser Traum war so deutlich und so intensiv – Sebastian konnte kaum glauben, dass es nur ein Traum war.

Im Traum sah er sich in einer großen Halle sitzen. Neben ihm saß ein älterer Mann mit langen grauen Haaren. Er trug eine lange weiße Robe.

„Sebastian, es wird Zeit, dass du dich daran erinnerst wer du wirklich bist. Du bist nicht nur auf der Erde, um arbeiten zu gehen. Du bist ein Engel, der eine wichtige Aufgabe hat.“, so sprach der weise Engel.

Während der weise Engel mit Sebastian sprach fühlte er auf einmal eine Wärme in seinem Herzen. Er spürte die Liebe seiner Engelsfamilie. Er spürte die Sehnsucht danach, wieder ganz bei sich anzukommen.

„Ich will mich erinnern“, sagte Sebastian. Und wachte auf.

Mit klopfendem Herzen lag Sebastian da und versuchte die Erinnerung an den Traum festzuhalten. Doch wo vorher eine Leere war, spürte Sebastian eine neue Zuversicht.

Auf einmal kamen ihm die letzten Monate nicht mehr so vor wie ein Zusammenbruch, sondern eher wie ein Erwachen. Sebastian spürte, dass sich etwas tief in seinem Inneren veränderte.

Sein Beruf war ihm nicht mehr ganz so wichtig. Auf einmal interessierte er sich brennend für Spiritualität, für Erwachen und für seine eigene Bestimmung.

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Teil der Veränderung sein

Je mehr Sebastian sich an den kleinen Engel erinnerte, der er eigentlich war, umso mehr spürte er, dass vieles auf der Erde nicht so rosig war.

Wie hatte er übersehen können, dass die Lebensmittel aus dem Billig-Supermarkt die Erde zerstören?

Wie hatte er übersehen können, dass so viele Menschen depressiv, voller Angst und einsam sind?

Wie hatte er übersehen können, dass es nicht nur Krieg in vielen Bereichen der Erde sondern auch im Inneren der Menschen gibt?

Sebastian spürte, dass er nicht weiter tatenlos zusehen konnte. Er wusste, dass es eine Chance für eine friedliche Welt gibt, für eine Welt ohne Zerstörung und Hunger. Doch er spürte auch, dass man diese Welt nicht erkämpfen kann.

„Die Lösung ist nicht im außen zu finden, sondern in uns“, da war sich Sebastian sicher.

Sebastian hatte noch oftmals sehr berührende Träume. Immer war es der weise Engel, der ihm begegnete und ihm wichtige Erkenntnisse mit auf den Weg gab.

Sebastian begann einen Blog zu schreiben und seine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Er staunte nicht schlecht, dass es anscheinend viele Menschen gab, die ähnliches erlebten wie er.

Nicht alle erlebten Schlaflosigkeit, aber alle wollten sich daran erinnern, wer sie wirklich sind. Viele machten sich auf die Suche nach einem neuen Weg.

Eines Tages bekam Sebastian eine Email von Jakob, einem Leser seiner Webseite. Jakob schrieb:

Hallo Sebastian,

dank deiner Webseite weiß ich, dass ich nicht verrückt bin, sondern dabei bin zu erwachen.

Danke!

Du bist wie ein kleiner Engel zur richtigen Zeit in mein Leben gekommen ist.

Als hätte mir jemand vom Engel-Aufweckdienst einen Helfer geschickt.

Liebe Grüße und mach bitte weiter so –

Jakob

Sebastian schmunzelte als er die Email las.

Er hatte ein sehr warmes Gefühl im Herzen.

Und im Hintergrund hörte er den weisen Engel vom Aufweckdienst lachen.

Sebastian wusste: „Alles ist gut.“

Und er wusste: „Mein Abenteuer fängt erst an.“

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P.S. von Lea

Ich widme diese Geschichte allen erwachenden Menschen auf der Erde.

Es mag Zeiten geben, in denen du dich für verrückt oder seltsam hältst, doch sei dir bewusst, dass du diesen Weg mit tausenden anderen Menschen teilst. Wir erinnern uns daran, wer wir wirklich sind. Wir machen uns gemeinsam auf einen neuen, liebevollen Weg.

Wenn du ein kleiner Engel bist der gerade erwacht und sich mit anderen austauschen möchte, dann komm in die Academy! Die Academy ist mein Online-Raum für erwachende Menschen, die ihre Bestimmung leben wollen. Mehr Infos dazu findest du hier

© Lea Hamann 2015, www.leahamann.de

 

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