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Welche Ausbildung brauchst du als Coach?

Würdest du gerne als Coach arbeiten – oder tust es bereits – und manchmal kommt Zweifel auf, was du als Coach denn eigentlich leisten darfst?

Immer mehr Menschen interessieren sich für Coaching als Beruf – denn es gibt immer mehr Menschen die nach Unterstützung suchen.

Da das Coaching noch ein relativ junger Berufszweig ist, gibt es in Deutschland momentan keine gesetzlichen Vorgaben zu diesem Berufsbereich. Doch es gibt andere, uns verwandte Berufszweige, die gesetzlich geregelt sind und von denen wir uns klar abgrenzen müssen.

In meinem Beitrag erkläre ich dir, was du als Coach in Deutschland anbieten darfst – und was nicht.

Die rechtliche Grundlage für Coaching

In Deutschland ist der Begriff Coach nicht rechtlich geschützt. Das bedeutet, dass es keine gesetzlichen Vorgaben muss, die ein Coach erfüllen muss, um seinen Beruf auszuüben. Doch es gibt klare Grenzen zu anderen verwandten Berufsgruppen, die wir als Coach nicht überschreiten dürfen.

Bestimmte Techniken und Methoden sind für die heilenden Berufen (Ärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker) reserviert. Hier tritt das Psychotherapeutengesetz und das Heilpraktikergesetz in Kraft.

Ganz allgemein kann man sagen: Coaching zielt auf eine Verbesserung der Lebensqualität hin. Es ist gedacht für Personen die ihr Potenzial entfalten wollen oder einen neuen Umgang mit bestimmten Lebensbereichen erlernen wollen.

Die Klienten von Coaches sind Personen, bei denen keine akuten gesundheitlichen oder psychischen Erkrankungen vorliegen, bzw. Personen die wissen, dass durch  Coaching keine Heilung oder Linderung von psychischen oder gesundheitlichen Erkrankungen versprochen wird.

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Abgrenzung von Psychotherapie

Coaches ohne Zulassung als Psychotherapeut dürfen grundsätzlich keine Diagnosen stellen und Behandlungen anbieten, die auf die Heilung von psychischen Erkrankungen abzielen. In deiner Werbung darfst du also nicht behaupten, dass durch dein Coaching-Angebot psychische Krankheiten geheilt werden.

Abgrenzung von Heilberufen (Arzt, Heilpraktiker)

Als Coach (ohne Zusatzausbildung als Arzt oder Heilpraktiker) darfst du keine medizinische Diagnosen stellen, medizinische Behandlungen durchführen und nicht versprechen, dass durch deine Tätigkeit physische Krankheit geheilt werden.

Je mehr Coaching auf Gesundheitsförderung und Krankheitsverhinderung und je weniger auf Heilung und Linderung fokussiert, desto sicherer ist die Ausübung auch ohne Heilgewerbepraktikerschein. Ohne Heilgewerbeschein sollte bei der Bearbeitung von Beschwerden unterhalb der Krankheitsschwelle darauf geachtet werden, dass beim Klienten nicht der Eindruck einer Heilbehandlung oder Linderung von Krankheiten entsteht.

Quelle: Rechtsanwalt Boris Zimmermann

Ein Beispiel für das korrekte Beschreibung deines Coaching-Angebots:

  • Entspannung für werdende Mütter – okay für Coaching
  • Heilung von Gesundheitsproblemen in der Schwangerschaft – nicht okay für Coaching

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Wie darfst du dich als Coach nennen

Wenn du als Coach tätig bist, darfst du folgende Bezeichnungen für deine Arbeit verwenden:

  • Coach
  • Persönlichkeitstrainer
  • Lebensberatung
  • Kommunikationstrainer
  • Neurolinguistisches Programmieren (NLP)
  • Gestalttherapie und Gesprächstherapie

Was kann ein Coach anbieten

Coaching ist ein weites Feld, das dir sehr viel Freiraum lässt deine ganz individuelle Nische zu finden. Solange du kein Heilversprechen gibst und dein Angebot klar von der Arbeit eines Psychotherapeuts und Heilpraktiers abgrenzt, darfst du folgende Leistungen erbringen:

  • Entspannungstechniken

z.B. Gesundheitscoaching, Unterstützung bei belastenden Konflikten, Stressbewältigung

  • Persönliche Weiterentwicklung

z.B. Kommunikationsverbesserung, Konfliktmanagement, Steigerung des Selbstbewusstseins

  • Allgemeine Lebensberatung

z.B. Motivationshilfe bei akuten Krisen, z.B. Trennung, Scheidung, Tod von Angehörigen

  • Beratung für Beruf- und Karriereplanung

z.B. Motivationstraining, Zielfindung/Visionsentwicklung, Führungskräftecoaching, Team-Coaching, Selbstmarketing

Was darf ein Coach nicht leisten

Um dich rechtlich zu schützen, solltest du dir darüber bewusst sein, welche Anliegen deine Kompetenz als Coach (ohne Zusatzausbildung als Arzt, Psychotherapeut oder Heilpraktiker) übersteigen. Es ist unzulässig wenn Coaches folgende Probleme behandeln:

  • Phobien
  • Depression
  • Paranoia
  • Angstzustände
  • Magersucht/Bulimie
  • Suchtkrankheiten
  • Krankhafte Aggressionszuständen und Gewalttätigkeit
  • Allergien
  • Traumata
  • Psychosomatischen Leiden und allen in den Aufstellungen DSM 3 und ICD-10 katalogisierten Krankheiten, z.B. Schizophrenie oder andere psychotische Störungen

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Wie kannst du dich als Coach absichern?

Wir leben in einer Gesellschaft in der es klare rechtliche Vorgaben gibt. Es ist sinnvoll, dich ausreichend zu informieren, bevor du deinen Beruf als Coach antrittst. Natürlich gibt es im Leben niemals eine tausendprozentige Sicherheit. Alles was wir tun ist mit einem Risiko verbunden – selbst wenn wir nur die Straße überqueren. Hier sind meine Tipps für mehr innere und äußerer Sicherheit:

Informiere dich über die Rechtslage

Meine Erfahrung ist, dass es sinnvoll ist, die Rechtslage zu kennen. Lies dir meine Zusammenfassung durch und wenn du im Zweifel bist – oder in einem anderen Land lebst wo wieder ganz andere Gesetze gültig sind – frage einen Rechtsanwalt. Wenn du weißt, was deine Recht sind, fühlst du dich sicher und kannst selbstbewusst auftreten.

Höre auf deine Wahrnehmung

Darüber hinaus empfehle ich dir, auf deine eigene Wahrnehmung zu hören. Du spürst ganz genau, wenn die Arbeit mit einem Klienten sich stimmig anfühlt und erfolgreich ist. Wenn du darauf achtest, nur mit den Klienten zu arbeiten, bei denen es sich stimmig anfühlt, hast du große Chancen auf eine friedvolle, erfüllte Arbeit.

Erstelle deinen Disclaimer – schriftlich und mündlich

Stelle einen Disclaimer auf deine Webseite indem du deine Texte und dein Coaching-Angebot klar von der Tätigkeit eines Arztes, Psychotherapeut oder Heilpraktikers abgrenzt. Deinen Disclaimer kannst du auf deiner Webseite einfügen – auf einer Extra-Seite – oder direkt unter Texten einfügen. Du kannst deinen Disclaimer neuen Klienten zusenden, bevor sie dein Coaching-Angebot in Anspruch nehmen – und natürlich kannst du dich auch mündlich immer wieder abgrenzen, indem du klar ausspricht, wenn ein Anliegen deine Kompetenz als Coach übersteigt.

Medizinischer Disclaimer für die Inhalte deiner Webseite

Der Inhalt meiner Webseite ist lediglich zu Informationszwecken bestimmt. Der Inhalt meiner Texte stellt in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratung und Behandlung von Ärzten, Psychotherapeuten oder Heilpraktikern dar. Falls du Gesundheitsprobleme hast, empfehle ich dir einen Arzt oder Heilpraktiker deiner Wahl zu Rate zu ziehen.

Ein Beispiel für einen medizinischen Disclaimer findest du hier

Medizinischer Disclaimer für dein Coaching-Angebot

Mein Coaching-Angebot dient der Verbesserung deiner Lebensqualität. Es ist gedacht für Personen die ihr Potenzial entfalten wollen oder einen neuen Umgang mit bestimmten Lebensbereichen erlernen wollen. Falls du unter akuten gesundheitlichen oder psychischen Erkrankungen leidest, empfehle ich dir einen Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeut deiner Wahl aufzusuchen.

Mündlicher Disclaimer

Wenn du im Rahmen deiner Tätigkeit als Coach Videos aufnimmst oder Audioaufnahmen erstellst, kann es nicht schaden, einen kleinen mündlichen Disclaimer einzufügen, wenn du über ein Thema sprichst, das sich in der Grauzone befindet. Beispiel: Du nimmst ein Video mit gesundheitlichen Tipps für deine Coaching-Klienten auf und erwähnst kurz am Ende des Videos: „Ich bin kein Arzt und gebe euch in diesem Video lediglich Tipps die sich aus meiner eigenen Erfahrung für die Gesundheitsförderung bewährt haben. Wenn du spezielle Fragen zu diesem Thema hast oder ein akutes körperliches Symptom hast, sprich einen Arzt an.“

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Klienten weiterleiten

Wenn das Anliegen eines Klienten vor der ersten Sitzung klar deinen Aufgabenbereich als Coach sprengt, dann teile dies dem Anfragenden mit. Es empfiehlt sich eine Liste mit kompetenten Psychotherapeuten, Ärzten, Heilpraktikern oder kostenlosen Beratungsstellen anzulegen – so kannst du deine Anfragenden mit einem guten Gefühl weiterleiten. Du schickst sie nicht ins „Nichts“, sondern zu anderen Menschen, die ihnen weiterhelfen können.

Wenn du bereits begonnen hast mit einem Klienten zu arbeiten und du merkst auf einmal, dass Zeichen deutlich werden, die darauf hinweisen, dass ein Klient bei dir nicht gut aufgehoben ist, beende die Arbeit mit diesem Klienten und verweise ihn an eine entsprechende Stelle weiter.

Sprich deutlich über die Grenzen deiner Kompetenz! Du solltest dich niemals überfordern oder versuchen, für alle Probleme und alle Anliegen eine passende Lösung parat zu haben. Jeder Berufsbereich hat bestimmte Stärken – auf sie sollten wir uns konzentrieren.

Coaching mit einem guten Gefühl

Deine Arbeit macht dir Freude, wenn du dich wohlfühlst. Wenn du mit Klienten arbeitest, die von deiner Arbeit profitieren – dann ist es für alle Beteiligten gut. Geh deinen Weg in Freude – und ganz selbstbewusst!

Ich hoffe dass dir meine Schilderungen weiterhelfen konnten.

 

 

 

Disclaimer

Ich bin keine Rechtsanwältin und gebe dir keine Garantie, dass die Informationen in diesem Beitrag, die ich mit großer Sorgfalt zusammengestellt haben, rechtsgültig oder vollständig sind. Wenn du Fragen zur rechtlichen Lage des Coachings hast, rate ich dir einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Weitere Informationen zur Rechtslage:

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