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Wut und Aggressionen bewältigen – So findest du dein inneres Gleichgewicht

Schämst du dich auch wenn du wütend wirst? Es gibt keine Emotion die so sehr missverstanden wird wie Wut. Niemand freut sich wenn er wütend ist. Und was wir tun, wenn wir so richtig wütend sind, ist meistens nichts auf das wir später stolz sind.

Als ich begonnen habe achtsamer mit mir selbst umzugehen habe ich mit Erstaunen festgestellt wie oft ich wütend bin – obwohl ich mich eigentlich für einen eher ruhigen Menschen halte.

Heute möchte ich dir berichten was ich durch meine Wut gelernt habe – und wie ich heute mit ihr umgehe. (Du solltest diesen Beitrag nur lesen, wenn du bereit bist, deiner Wut mit mehr Liebe zu begegnen…)

Stille Wut – unser unterdrücktes Gefühl

Wir leben in einer Welt in der ständig von uns verlangt wird zu funktionieren. Wir sollen tun was von uns verlangt wird, ohne uns zu beschweren, ohne aufzumucken.

Doch manchmal regt sich im Inneren eine leise Wut. Etwas in uns hat keine Lust. Etwas in uns möchte nicht mitmachen. Etwas in uns sagt: Nein!

Diese Wut tritt bei Kindern in der berühmten Trotzphase auf, wenn sie zum ersten Mal die Kraft ihres eigenen Willens erproben und sich gegen ihre Eltern auflehnen.

Hast du schon einmal ein kleines Kind mitten in einem Wutanfall beobachtet? Kinder zeigen uns, wie Wut aussieht, wenn wir sie nicht unterdrücken. Sie laufen rot an, sie beginnen zu schreien, sie weinen und werfen sich auf den Boden. (Und die armen Eltern stehen meistens hilflos daneben und möchten am liebsten im Boden versinken.)

Wir Erwachsenen haben gelernt unsere Wut nicht mehr zu zeigen. Wir alle tragen sie in uns, aber wir haben gelernt, nach außen hin eine Fassade aufzubauen. Nach vorne hin scheint alles okay zu sein. Doch wie sieht es in unserem Inneren aus?

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Wenn dir vor lauter Wut der Kragen platzt

Als ich begonnen habe, meine eigenen Gefühle wieder aufmerksamer wahrzunehmen, ist mir auch meine Wut wieder begegnet.

Diese Wut kam mir zuerst vor wie ein Vulkanausbruch.

Es gab plötzliche Momente in denen ich auf einmal total wütend wurde.

Wenn gerade kein Kissen da war, auf das ich einhauen konnte, dann habe ich eben mit anderen Sachen geworfen. (Ich habe einige Teller auf dem Gewissen.)

Jedes Mal wenn diese plötzlichen Wutanfälle auftauchten, hatte ich zwei Seiten in mir.

Die eine Seite war unglaublich froh, endlich mal wütend sein zu können. Es war als würde sich durch den Wutanfall eine unglaubliche Menge aufgestauter Energie aus mir befreien. Doch natürlich gab es auch die vernünftige Seite in mir, die sagte: „Wow, ist das peinlich! Wie kannst du so wütend und böse sein – und du möchtest also ein spiritueller Mensch sein?“

Ich habe mich für meine Wut geschämt.

Ich hatte Angst vor meiner Wut.

Meine Wut kam mir vor wie ein angsterregendes Monster, das in meinem Inneren schlummert. Ich wusste nie wenn es wieder zum Vorschein kommt. Und egal wie viele Mauern ich aufgebaut habe, egal wie oft ich meditiert habe um endlich meine Wut loszuwerden – sie kam immer wieder.

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Verletzungen hinter der Wut erkennen

Mein erstes Umdenken kam in einer Coachingsitzung in der ich über meine Wut gesprochen habe. Meine Frage war: „Warum bin ich manchmal so wütend? Warum kann ich mich in manchen Situationen nicht „normal“ verhalten?“

Mein Coach sagte zu mir: „Was fühlst du in dem Moment bevor du wütend wirst?“

Hmm. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Ich war immer so damit beschäftigt, meine Wut wahrzunehmen, dass ich gar nicht bemerkt habe, was vorher kommt. Als ich eine Weile Detektiv gespielt habe und meine Wut erforscht habe, wurde mir klar, dass ich mich bevor ich wütend werde meist zutiefst hilflos, eingesperrt und bedroht vorkomme.

  • Wenn ich zu einem Termin pünktlich sein möchte und es wegen äußerer Umstände nicht schaffe.
  • Wenn ich mir etwas Bestimmtes zu essen wünsche und es gibt genau das Gegenteil.
  • Wenn ich überfordert bin und alle etwas von mir wollen.

Auf einmal wurde mir klar, dass die Wut meine Abwehrreaktion ist.

Ähnlich wie ein verletztes Tier das beißt, wenn wir seine Wunde berühren, so ist meine Wut eine Reaktion darauf, dass etwas sehr Schmerzvolles in mir berührt wird.

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Wut verwandeln

Statt mich auf meine Wut zu konzentrieren und zu versuchen, sie zu unterdrücken oder loszuwerden, habe ich begonnen auf meine inneren Trigger zu achten.

Ich begann die tiefen Verletzungen und Engstellen in meinem Inneren wahrzunehmen, die sich hinter meinen Abwehrmechanismen verborgen haben.

Das Gefühl bevor ich wütend werde fühlt sich eng, dunkel und unangenehm an. Ein Teil von mir denkt: „Wenn ich in dieser Situation bleibe, dann sterbe ich. Ich muss hier raus. Ich muss kämpfen.“

Da der Kampf gegen meine Verletzungen mich nicht wirklich weiter gebracht hat, habe ich es mit etwas anderem versucht.

Ich habe begonnen, meine tiefsten inneren Verletzungen zu spüren.

Ich habe begonnen im Feuer meiner eigenen Schmerzen zu stehen.

Ohne mich zu wehren.

Ohne wegzulaufen.

Ohne zu kämpfen.

Alles in mir wollte kämpfen oder weglaufen. Aber Atemzug für Atemzug habe ich mich entschieden, präsent zu bleiben mit meinem Schmerz.

Ich begann meine innere Hilflosigkeit kennenzulernen. Ich begann die dunklen Ecken in mir auszuloten vor denen ich mich früher gefürchtet habe.

Die Wut hat sich in einen guten Freund verwandelt. Sie zeigt mir meine Verletzungen. Sie zeigt mir die Stellen an denen ich am meisten gebraucht werde. Sie hilft mir zu heilen.

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Dein wütendes Selbst liebevoll annehmen

Mit der Zeit hat die Wut noch einen anderen Aspekt für mich bekommen. Sie zeigt mir nicht nur meine inneren Verletzungen, sondern sie zeigt mir auch all meine Kraft, die ich ein Leben lang unterdrückt habe.

Menschen leben heute nur einen Bruchteil von ihrer eigenen Kraft.

In unserer Welt herrscht eine künstliche, lähmende Stille.

Es ist so viel da, was nicht gesagt wird. So viel, was nicht ausgedrückt wird. So viel was nicht sein darf wie es ist.

In einer Welt voller Mauern ist unsere gesunde Wut oftmals der Moment wo wir sagen: „Mir reicht’s! Ich schlage einen neuen Weg ein. Ich möchte mein Leben bewusst gestalten.“

Wenn die Teilnehmer meiner Kurse von ihrer Wut berichten, dann ist es oftmals genau diese Wut. Es ist der Berg Kraft, der in unserem Inneren erfroren ist. Es ist das tiefe innere Potenzial, das sich entfalten möchte.

Diese gesunde Wut sollten wir liebevoll annehmen. Wir können weich atmen und ihr erlauben durch uns zu strömen.

So wie warmes Wasser die erfrorenen Eisschichten zum Schmelzen bringt, so hilft uns die gesunde Wut dabei, in den Fluss unserer Kreativität zu kommen. Wir können diese Wut in Kraft verwandeln und in Bewegung ausdrücken, wir können sie singen, schreiben und malen.

Gesunde Wut ist wie ein Frühlingssturm der zu uns sagt: Wach auf!

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