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Hochsensibilität: Aus der Reizüberflutung in die innere Ruhe

Ich wollte schon so lange über das Thema Hochsensibilität schreiben, denn ich weiß dass so viele von euch (und ich auch) zu den Menschen gehören, die eine extrem feine Wahrnehmung haben.

Sehr sensibel zu sein ist eine wundervolle Gabe, doch die Hochsensibilität stellt uns gerade in der heutigen Zeit vor enorme Herausforderungen. Wir fühlen uns überflutet von Sinneswahrnehmungen und nehmen oftmals die Gefühle von anderen Menschen auf.

Ich wurde kürzlich gefragt: „Wie schafft man es als hochsensibler Mensch aus dem permanenten Gefühl der Überforderung auszusteigen und innerlich ruhig zu werden?“ Darauf möchte ich heute gerne antworten.

Hochsensibilität – was ist das?

Um zu verdeutlichen wie sich Hochsensibilität anfühlt, erzähle ich dir am besten von meiner eigenen Kindheit. Immer wenn ich mich mit meiner vier Jahre jüngeren Halbschwester verglichen habe, stellte ich schnell fest, dass es zwischen uns einige Unterschiede gab.

Für mich war es als Kind unerträglich laute Musik zu hören. Jede Art von lauter Musik war eine Qual für mich. Es war als wären meine Ohren so fein, dass laute Musik wie ein gewaltvoller Eingriff in meine innere Welt erschien. Auch Filme mit lauten Explosionen waren nur schwer auszuhalten. (Bis heute gehe ich an Silvester um 21 Uhr schlafen und genieße es, die Knallerei und den Lärm zu verpassen.)

Auch Autofahren war etwas Unangenehmes. Das Dröhnen im Auto und das Gefühl durch die Gegend geschaukelt zu werden löste bei mir eine panische Überforderung aus. Mir wurde oft schlecht und ich fühlte mich haltlos, elend und unwohl.

Im Grunde fühlte ich mich als Kind immer dann sicher, wenn ich alleine war. Sobald andere Kinder um mich waren, fühlte ich mich fehl am Platz. Es war alles zu viel, zu schnell und ich hatte das Gefühl, dass mich alles viel mehr trifft als andere. Ich konnte wahrnehmen was andere fühlen, als gäbe es keine Grenze zwischen mir und der Außenwelt.

Ich fühlte mich als wäre ich in einem Land in dem alle ein dickes Fell haben – nur ich nicht.

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Merkmale für Hochsensibilität

Jeder Mensch ist anders und bei jedem von uns zeigt sich Hochsensibilität auf andere Art und Weise. Hier sind ein paar Merkmale – findest du dich darin wieder?

  • Du hältst Lärm und laute Geräusche schwer aus
  • Situationen wo vieles auf einmal geschieht sind schwierig für dich
  • Du bist nicht gerne an Bahnhöfen oder Flughäfen
  • Feiern oder Veranstaltungen mit vielen Menschen sind anstrengend für dich
  • Du fühlst ohne Worte was andere wahrnehmen
  • Du fühlst dich überfordert in großen Gruppen
  • Du magst Menschen, aber hältst sie oft schwer aus
  • Dein Körper reagiert empfindlich (Allergien)
  • Du hast empfindliche Haut
  • Manchmal bist du ruppig oder abweisend, weil dir alles zuviel ist
  • Dir wurde oft gesagt ein Weichei zu sein
  • Dir wurde gesagt du sollst dich nicht so anstellen
  • Dir wurde gesagt: „Jetzt hab dich doch nicht so“
  • Du bist gerne alleine
  • Du liebst Natur und Stille
  • Du würdest manchmal gerne auf eine einsame Insel umziehen 🙂

Vorteile von Hochsensibilität

Ja – Hochsensibilität hat enorme Vorteile und inzwischen bin ich unendlich dankbar für meine feine Wahrnehmung. Doch in einer Welt, in der die meisten sich bemühen überlegen und hart zu sein, muss man die Vorteile von Hochsensibilität erst entdecken.

Mein größtes Problem war, dass ich im Vergleich mit anderen Kindern einfach „anders“ war. Und da ich von außen immer wieder das Gefühl bekam, ich sollte funktionieren und so sein wie alle anderen, schämte ich mich. Ich schämte mich dafür, so zu sein wie ich bin.

Viele Jahre habe ich mehr oder weniger erfolgreich versucht, meine Hochsensibilität zu unterdrücken und zu lernen, stark und cool zu sein. Erst als ich meinen eigenen Weg beschritten habe, merkte ich, dass ich meine Wahrnehmung dringend brauche.

Ich wollte wahrnehmen, was mein Weg ist. Ich wollte wahrnehmen was meine Bestimmung ist. Ich wollte wahrnehmen, was meine innere Stimme sagt. Ich wollte wahrnehmen – und auf einmal kam ich auf neue Weise mit meiner Wahrnehmung in Berührung.

So wie es Menschen gibt, die eine sehr feine Nase haben und die tollsten Parfums zusammenstellen können, so können Menschen mit Hochsensibilität ihre Gabe nutzen.

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Lerne mit deiner Wahrnehmung umzugehen

Eine Freundin von mir, die inzwischen über siebzig ist, liebt schnelle Autos. Sie erzählte mir immer so begeistert davon, was für ein Unterschied es sei, sich in ein Auto zu setzen, dass einen so kraftvollen Motor hat. Sie hat einen Kurs gemacht in dem sie mit gelernt hat mit diesen besonderen Autos zu fahren.

Als sie mir davon erzählte, dass sie bei ihrer ersten Fahrt viel zu stark aufs Gaspedal gedrückt hat und das Auto einen wahren Sprung nach vorne machte, dachte ich so für mich: „Genauso geht es mir mit meiner Wahrnehmung. Ich lebe in einem Körper mit einem extrem starken Wahrnehmungs-Motor und ich kann ihn nicht bedienen. Ich habe gelernt, normal Auto zu fahren – doch damit komme ich nicht weiter.“

Es war genau diese Freundin, der ich erzählt habe, wie sehr ich unter meiner eigenen Wahrnehmung leide. Es war nicht nur so, dass mich das normale Spektrum von Wahrnehmung überforderte, hinzu kam auch noch, dass ich auf allen möglichen anderen Ebenen Dinge wahrgenommen habe.

Als ich mit Matthias auf einer Reise durch die USA war, haben wir fast jede Nacht in unterschiedlichen Motels übernachtet. Ich spürte dann die Energie der Menschen die vor uns im Raum waren. Manchmal sah ich Geister und seltsame Wesen aus der Zwischenwelt die sich einen Spaß daraus machten mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf zu reißen.

Als ich meiner Freundin davon erzählt habe, meinte sie nur: „Du musst lernen mit deiner Wahrnehmung klar zu kommen.“

„Okay,“ dachte ich. „Das hört sich gut an.“ Ich konnte zwar zuerst nicht glauben wie das funktionieren soll, aber ich war bereit es zu probieren.

Anteile integrieren

Als ich begonnen habe, mich mit meiner Wahrnehmung zu beschäftigen, merkte ich auf einmal, dass es verschiedene Ebenen in meinem Inneren gibt. Wenn du meinen Blog schon länger liest kennst du sicherlich meine Beschreibung, dass Menschen wie Zwiebeln sind – wir bestehen aus mehreren Schichten.

Heute weiß ich, dass viele hochsensible Menschen schmerzhafte Erfahrungen in der Zeit vor ihrer Geburt oder den ersten drei Lebensjahren gemacht haben. Dazu gehört zum Beispiel das Gefühl nicht willkommen oder nicht sicher zu sein.

Jede Phase in der wir nicht genügend Liebe erfahren oder uns nicht sicher fühlten, hinterlässt Spuren in uns. So gibt es dann jede Menge innere Kinder, die sich haltlos oder abgeschnitten fühlen. In unserer hektischen Zeit erleben viele Kinder, dass sie kaum oder nur wenig Körperkontakt bekommen. (Heute tragen wir Kinder im starren Einkaufskorb statt an unserem Körper.)

Anteile die nicht bekommen haben was sie brauchen, bleiben in ihrem Schmerz hängen. Es spielt keine Rolle wie alt wir sind – viele Menschen tragen ein weinendes Baby in ihrem Inneren das sich einsam und ungeliebt fühlt.

Zum Glück können wir unsere Vergangenheit ändern. Meine Seele machte mir Mut als sie mir sagte: Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät. Du kannst alles nachholen was du damals nicht bekommen hast.

Ich lernte meine inneren Anteile wahrzunehmen und mit Hilfe des Weichen Atems zu integrieren. Je mehr innere Kinder ich durch die liebevolle Kraft meines Atems in die Mitte zurückbrachte, umso leichter wurde es für mich, innerlich klar zu sein. Wer kann schon klar denken und klare Entscheidungen treffen wenn innerlich ein Anteil von uns weint oder in Panik ist?

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Richte deinen Fokus auf das was du fühlen willst

Ich habe viel Zeit damit verbracht zu üben, meine Wahrnehmung ganz bewusst auf das zu fokussieren was ich wahrnehmen möchte. Am Anfang war das richtig schwer. Ich fühlte mich wie jemand der Bogenschießen lernen möchte und ständig seine Pfeile in alle Richtungen schießt. Doch mit der Zeit wurde es einfacher.

Reizüberflutung

Wenn ich in Situationen bin, in denen viele Sinneswahrnehmungen auf einmal auf mich einprasseln, konzentriere ich mich gerne auf meinen Atem. Ich folge dem Fluss meines Atems und nehme wahr, wie ich mitten durchs dickste Chaos fließen kann. Mit jedem weichen Atemzug entsteht eine Oase der Stille in mir.

Es ist völlig normal, dass die Konzentration auf eine bestimmte Wahrnehmung am Anfang schwer fällt. Es scheint unnatürlich oder anstrengend. Doch ganz ehrlich – es ist viel anstrengender permanent in einem Zustand der Reizüberflutung zu existieren.

Wenn du den Fokus verlierst, sei liebevoll mit dir und komme einfach wieder zurück.

Gedankenkarrussell

Viele Hochsensible kennen das Gedankenkarussell. Wenn alles zuviel wird, beginnt sich das Gedankenkarussell immer schneller zu drehen. Was mir hilft ist, mich auf die Wahrnehmung meines Körpers zu konzentrieren.

Denn meistens dreht sich das Gedankenkarussell, wenn wir ein ganz bestimmtes unangenehmes Gefühl erleben, das wir nur ungerne fühlen. Sobald wir freiwillig wahrnehmen was wir fühlen, kommen wir wieder zur Ruhe.

Gefühle anderer Menschen aufnehmen

Es hat eine Weile gedauert, bis ich lernte meinen Raum einzunehmen und nicht länger die Gefühle von anderen wahrzunehmen.

Mir hat es geholfen die Beziehung zu anderen Menschen zu klären, indem ich Energiearbeit mache. Ich entwirre das energetische Chaos das zwischen Menschen entstehen kann und stärke mein Gefühl für mich selbst.

So kann ich anderen Menschen begegnen und bleibe doch innerlich in meiner eigenen Energie.

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Was wir können

Auch wenn es eine Weile dauern kann, bis wir lernen unsere hohe Wahrnehmung in Freude zu nutzen, ist es doch ein unglaublicher Schatz, so viel wahrzunehmen. Ich glaube der erste Schritt ist, dich in deiner Einzigartigkeit wertzuschätzen. Du bist weder zimperlich, noch komisch, noch schwach – sondern du hast die Fähigkeit sehr viel wahrzunehmen.

Ich glaube dass in unserer Zeit so viele hochsensible Menschen auftauchen, weil es Zeit wird zu fühlen, dass viele der alten Wege unserer Gesellschaft nicht mehr stimmig sind. Es wird Zeit, dass jemand spürt was los ist.

Hochsensible Menschen sind die Nervenbahnen in einer Gesellschaft, die so weit abgestumpft ist, dass sie ihren eigenen Schmerz nicht wahrnimmt.

Ändern können wir erst dann etwas, wenn wir wahrnehmen dass der alte Weg nicht mehr stimmig ist. Und dazu brauchen wir Menschen wie dich, die das wahrnehmen können.

Danke dass du da bist.

Fühle – und teile deine Wahrnehmung mit uns!

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