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Burnout – eine Chance für Neubeginn

Neulich habe ich gelesen, dass Burnout jetzt schon bei Kindern im Schulalter vorkommt.

Wow!

Wie verrückt ist unser Leben geworden, dass wir es einfach nicht mehr aushalten können?

Ich glaube nicht, dass Burnout nur negativ zu sehen ist. Wie alles in unserem Leben, so möchte uns auch Burnout eine wichtige Botschaft mit auf unseren Weg geben. Wenn wir wirklich hinhören, dann gibt uns ein Burnout die Chance, unser Leben in eine neue, für uns liebevolle Richtung zu lenken.

Im Folgenden möchte ich dir aufzählen, aus welchen Unstimmigkeiten sich ein Burnout entwickeln kann. Wenn du möchtest, betrachte dein Leben und nimm wahr, ob sich etwas davon in deinen Alltag eingeschlichen hat.

Ein Job der dir nicht entspricht

Es gibt viele Gründe für uns, einen Job auszuüben. Weil wir Geld verdienen wollen, weil wir unsere Zukunft sichern wollen oder weil wir es anderen recht machen wollten. Sehr selten tun Menschen genau das, was ihnen entspricht auf eine Art und Weise, die liebevoll für sie selbst ist.

Unsere heutigen Berufe werden immer unmenschlicher. Es fühlt sich so an, als würde der Druck ständig größer – der Druck mehr zu leisten, schneller zu arbeiten und Umsatz zu machen – doch die Freude und die Menschlichkeit bleiben auf der Strecke.

Aktivität als Dauerzustand

In der Natur folgt alles einem natürlichen Rhythmus. Auf Phasen von intensiver Aktivität folgen Phasen der Stille. Alles gleicht sich immer wieder aus. Ich liebe es, unsere Hunde zu beobachten wenn sie wild miteinander herumtoben. Einige Minuten später liegen sie dann völlig entspannt da und ruhen.

Doch wir Menschen haben in der heutigen Zeit zur Gewohnheit gemacht, dauerhaft aktiv zu sein. Jede Sekunde unseres Tages ist durchgeplant und mit verschiedenen Aktivitäten gefüllt. Es gibt keinen Raum mehr, um einfach nur zu sein und das Leben fließen zu lassen.

Keine Zeit für Gefühle

Viele Menschen haben von klein auf gelernt, dass Gefühle unwichtig sind. Positive Gefühle sind akzeptabel, aber alles was mit Trauer, Unsicherheit oder Angst zu tun hat, wird von vorneherein unterdrückt. Dadurch unterbrechen wir die Kommunikation zwischen unserer inneren und unserer äußeren Welt.

Wenn wir unsere Gefühle unterdrücken, dann spüren wir unsere Bedürfnisse und unsere eigenen Grenzen nicht mehr. Wir wissen nicht mehr, was in unserem Inneren vor sich geht. Dadurch steigt die Verzweiflung tief in unserem Inneren und es baut sich ein großer emotionaler Druck auf. Wenn der Burnout kommt, fühlt es sich an als ob alles in uns zusammenbricht.

Keine Verbindung zum Körper

Für die meisten Menschen ist der Körper nichts weiter als ein Objekt. Der Körper soll gut aussehen und funktionieren. Doch da wir in unserer westlichen Welt sehr viel in unserem Verstand festhängen, fehlt uns die tiefe Verbindung zu unserem Körper.

Wir können jahrelang über unsere körperliche Kraft hinausgehen, ohne es zu spüren. Wir können die Bedürfnisse unseres Körpers ignorieren ohne es zu bemerken. Wenn wir nicht mit unserem Körper verbunden sind, fehlt uns der Halt. Für viele ist der Burnout der erste Moment, an dem sie spüren, wie ausgelaugt ihr Körper in Wirklichkeit ist.

Druck und Verantwortung

Sicherlich gibt es Phasen in unserem Leben, in denen es viel zu tun gibt. Doch es ist ein großer Unterschied, ob wir ständig ein Gefühl von Verantwortung mit uns herumtragen und alles, alles, alles auf unsere eigenen Schultern laden, oder ob wir innerlich spüren, dass nicht alles von uns abhängt.

Der unendliche Druck, den viele Menschen heute ständig spüren entsteht durch die fehlende Verbindung zu unserer eigenen Seele. Solange wir nicht wahrnehmen, dass es eine Liebe gibt, die uns und unser Leben trägt, gehen wir davon aus, dass wir alles selbst im Griff behalten müssen. Auf Dauer ist das zermürbend.

Burnout als Chance für einen Neubeginn

Tief in unserem Inneren gibt es einen Anteil, der sich mit dem Druck, dem Stress und der ständigen Überforderung einfach nicht wohl fühlt. Etwas in uns strebt zurück in die Geborgenheit. Etwas in uns möchte sich sicher fühlen und in einen natürlichen Rhythmus zurückfinden.

Auch wenn ein Burnout erst einmal wie das Ende der Welt aussieht, so ist es doch die Chance aus einem Hamsterrad auszusteigen. Du kannst dich dafür öffnen, wirklich hinzuhören, was du jetzt brauchst.

Anstatt deine eigenen Bedürfnisse zu übergehen, darfst du dich fragen, was jetzt liebevoll für dich ist. Du bist nicht hier auf der Erde um so lange und so hart zu arbeiten, bist du umfällst. Du bist hier, um zu fühlen, Erfahrungen zu machen und das einzubringen, was dir entspricht.

Wenn du möchtest, kannst du dich dafür öffnen, ein neues Leben zu beginnen. Viele Menschen begeben sich mittlerweile auf einen neuen Weg. Das alte System, das auf Härte und Ausbeutung basiert hat, ist nicht mehr tragfähig. Es bröckelt an allen Ecken und Enden.

Den liebevollen Weg wählen

Wir können uns von dem Gedanken befreien, dass wir funktionieren müssen. Wir brauchen nicht länger in ein System zu passen, das uns nicht wertschätzt.

Unsere Körper dürfen gesund bleiben. Wir dürfen die Kraft nutzen die wir haben und die Ruhe annehmen, die wir brauchen.

Wir dürfen die einzigartigen Fähigkeiten die wir besitzen auf eine Weise einbringen, die für uns stimmig ist. Wir können uns neue Berufe erschaffen, die uns wirklich erfüllen.

Wir dürfen uns mehr Zeit lassen mit allem was zu tun ist. Wir dürfen es locker nehmen, anstatt uns endlos Druck zu machen.

Wir können lernen, unsere Gefühle wieder wahrzunehmen. Wir können lernen, unsere Bedürfnisse nach Geborgenheit und Sicherheit zu erfüllen.

Burnout gibt uns die Gelegenheit, unser Leben zu hinterfragen, alles gehen zu lassen, was nicht mehr stimmt und neu zu beginnen.

 

Bild: Istockphoto | © epicurean