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Den nächsten Schritt auf liebevolle Weise gehen, wenn es darauf ankommt

Es gibt Momente auf deinem Weg, da steht etwas Neues an. Du spürst, wie alles in deinem Inneren sich vorbereitet.

Neue Energien sammeln sich. Du träumst von neuen Möglichkeiten. Du spürst die Bewegung des Neuen, das fließen möchte.

Genau jetzt tauchen Anteile aus deinem Inneren auf und melden sich lautstark zu Wort.

„Nein, wir wollen nicht dass du einen Blog schreibst, sonst sehen uns böse Menschen! Nein, wir wollen nicht, dass du Einzelsitzungen gibst, sonst denkt vielleicht jemand, dass du nicht gut genug bist. Nein, wir wollen nicht, dass du dich für eine neue Wohnung öffnest, das können wir uns nicht leisten.“

In diesem unglaublich lauten Nein-Orchester fällt es schwer, die Freude am Neuen zu bewahren. So vieles in deinem Inneren stemmt sich dagegen. Wie kannst du den nächsten Schritt auf liebevolle Weise machen, wenn es darauf ankommt?

Die Landschaft deines Neins erkunden

Zunächst einmal darfst du bei dir selbst ankommen. Atme tief durch. Lass dich in deinen Körper sinken. Komme in diesem Moment an. Erlaube dir, zunächst einmal wahrzunehmen, aus welcher Richtung das innere Nein kommt.

Sind es Gefühle von Panik, die dieses Nein begleiten? Oder spürst du eine tiefe innere Resignation? Wirkt alles ganz aussichtslos, so als ob alles sowieso keinen Sinn macht? Hast du das Gefühl, alles fühlt sich schwer und erdrückend an?

Gib dir etwas Zeit, diese Gefühle mit einem offenen Herzen zu erspüren. Sei ein neugieriger Entdecker, der die Landschaft seines Neins erkundet. Es geht nicht darum etwas zu ändern – es geht darum, deine Gefühle mitfühlend wahrzunehmen.

Die Versammlung deiner Anteile

Rufe deine inneren Anteile in einem großen Kreis zusammen, die zum nächsten Schritt in deinem Leben bisher nein gesagt haben. Lade sie dir ein, ihre Bedenken mitzuteilen. Höre mitfühlend zu, was sie dir berichten.

Die frühkindlichen Anteile werden keine Worte sprechen. Sie drücken sich aus, in dem sie dir ihre Gefühle wortlos zeigen. Die älteren Kinder teilen ihre Ängste mit. Sie zeigen dir, wovor sie Angst haben und warum sie den nächsten Schritt ablehnen.

Wenn alle Anteile gesprochen haben, erkläre ihnen, dass du den nächsten Schritt so gestalten möchtest, dass sich alle damit wohl fühlen. Frage deine Anteile: „Was braucht ihr, um euch sicher und wohl zu fühlen?“ Höre ihnen zu.

Meistens ist die Lösung ganz einfach. Viele Anteile brauchen klare Grenzen, mehr Ruhe oder ein klares Gefühl dafür, wohin der nächste Schritt euch alle führen wird, damit sie ja sagen können.

Wenn deine Anteile befürchten, dass deine Entscheidung Einzelsitzungen zu geben dazu führen wird, dass du keine Freizeit mehr haben wirst, kann es hilfreich sein, klar zu begrenzen, wie viele Sitzungen du pro Woche geben wirst.

Den liebevollen Weg gehen

Plane deinen nächsten Schritt so, dass sich alle deine Anteile geachtet fühlen. Ähnlich als würdest du mit einer großen Familie wandern gehen und einen gemeinsamen Rhythmus suchen, mit dem es jedem gut geht.

Es kann sein, dass du deinen Weg dadurch langsamer und sehr viel behutsamer gehst – doch das ist letztlich auch in deinem eigenen Interesse. Dein Schritt ins Neue darf sich angenehm anfühlen: Sicher, geborgen und achtsam.

Wenn du dich dafür entscheidest, deine Schritte nicht mehr auf Biegen und Brechen mit Gewalt durchzusetzen, sondern liebevoll zu unternehmen, wirst du spüren, dass dir dein Weg sehr viel mehr Freude macht.

Wir brauchen unserem Ziel nicht mehr nachjagen, wenn der Weg dorthin sich gut anfühlt!

Einladung zum Austausch

Was ist der nächste Schritt, der gerade in deinem Leben ansteht?

Gibt es Anteile, die davor Angst haben, oder dir das Gefühl geben, das sei alles viiiiiieeeeel zu anstrengend?

Ich freue mich von euren Erfahrungen zu hören!

Liebe Grüße, Lea

Bild: Istockphoto | © kertlis