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Ein Coach muss kein perfekter Mensch sein

Auch Menschen die Coaching anbieten, sind nicht perfekt.

Heute kann ich das von ganzem Herzen bestätigen!

Als ich vor etwa zehn Jahren den Weg in meine Selbstständigkeit beschritten habe, habe ich jedoch oft unter meinem eigenen Perfektionismus gelitten.

Ich hatte unglaubliche Erwartungen an mich selbst.

Ich wollte immer happy sein, immer energiegeladen, immer ausgeglichen, immer souverän, immer stark. Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, hat das nicht immer so funktioniert, wie ich es wollte.

Doch etwas in mir hat hartnäckig an der Überzeugung festgehalten, dass ich nur dann fähig bin, anderen Menschen zu helfen, wenn ich selbst perfekt bin.

Wie ich meinen Perfektionismus über Bord geworfen habe – und warum ich dadurch ein besserer Coach wurde, das erzähle ich dir jetzt.

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Der Kampf gegen die eigenen Schwächen

Als ich meine Coaching-Tätigkeit begonnen, steckte ich mitten drin in meinem eigenen Erwachensprozess. Ich hatte alle „Symptome“, die dazu gehören. Es kamen immer wieder intensive Gefühle hoch, ich war phasenweise sehr müde und ich war oft unsicher, weil sich ständig so viel verändert hat.

Als meine innere Stimme mich anstupste und mir den Vorschlag machte, ich soll andere Menschen begleiten, da sagte ich ihr: „Bei dir piept’s wohl!“

Ich fühlte mich gerade in der Phase meines Lebens als absoluter Versager und konnte mir nicht vorstellen, dass ich wirklich etwas zu geben habe. Doch die Idee ließ mir keine Ruhe.

Also habe ich mich irgendwann murrend und knurrend durchgerungen, diesen Schritt zu wagen und Coaching anzubieten. Und siehe da – schon in der ersten Sitzung wurde mir bewusst, dass ich eine ganze Menge geben kann.

Mir wurde klar, dass ich eine tiefe Verbindung zu meiner Seele habe. Ich bemerkte, dass ich eine sehr ausgeprägte Intuition habe und sehr viel wahrnehmen kann. Außerdem fiel mir auf, dass ich ein Gespür für den natürlichen Fluss von Energie habe – und dafür sorgen kann, dass Festgefahrenes wieder in Fluss kommt.

Auf der einen Seite hatte ich etwas zu geben – und auf der anderen Seite war ich absolut kein perfekter Mensch.

Das war zunächst ein unüberbrückbarer Gegensatz für mich.

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Schwäche die du annimmst verwandelt sich

Von Anfang an habe ich mich bemüht, sehr offen über meine eigene Entwicklung und meine persönlichen Erfahrungen im Alltag zu sprechen. Oftmals habe ich meine Klienten zum Lachen gebracht, wenn ich ihnen von meinen Fehlern und Lernerfahrungen berichtet habe.

Es war nicht stimmig für mich, mich auf einen Sockel zu stellen.

Das wäre anstrengend gewesen.

Ich hätte dann ständig aufpassen müssen, dass niemand hinter die Kulissen schaut und herausfindet, dass ich auch nur ein Mensch bin. Ich hätte so tun müssen, als ob für mich alles immer leicht ist – als ob ich die Lösung für jedes Problem aus meiner Tasche ziehen kann.

Ich hätte jemand sein müssen, der ich nicht bin.

Da es mir einfacher erschien, den ehrlichen Weg zu wählen, habe ich von Anfang an in meinen Texten und auch in den Coachingsitzungen meine persönlichen Erfahrungen einfließen lassen.

Ich habe darüber gesprochen was ich schwierig finde und wie ich mit diesen Schwierigkeiten umgehe.

Eines Tages sagte eine Klientin zu mir: „Du sprichst so liebevoll über deine Schwächen, dass es für mich einfach ist, dir meine Probleme zu schildern. Ich fühle mich von dir angenommen – so wie ich bin.“

Die Haltung unseren eigenen Schwächen gegenüber entscheidet, welche Art von Coach wir sind.

Entscheidend ist nicht, ob wir Schwächen haben, sondern wie wir mit ihnen umgehen.

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Natürlichkeit ist heilsam

In einer Welt in der alle ständig versuchen eine perfekte Fassade aufzubauen, ist es gar nicht so leicht, so zu sein wie man ist.

Oft haben gelernt, unsere Stärke zu verbergen und uns klein zu machen – das ist unnatürlich.

Oder wir haben gelernt unsere Schwächen zu verbergen und perfekt zu wirken – auch das ist unnatürlich.

Da ich mich an der Natur orientiere und sehr viel von ihr lerne, weiß ich, dass alles was wir mit unnatürlicher Anstrengung erzwingen nur so lange bestehen bleibt, wie wir uns anstrengen.

Die Fassaden bleiben so lange stehen, wie wir krampfhaft an ihnen festhalten. Das schluckt eine Menge Energie. Schon im Voraus kann man sagen, dass es keine dauerhafte Lösung ist.

Wer seine Coaching-Tätigkeit auf lange Sicht genießen möchte, sollte seine Energie nicht damit verschwenden, Fassaden aufzubauen.

Das Streben danach, perfekt sein zu wollen, wird zu einem Gefängnis das dir die Luft zum Atmen nimmt. Es nimmt dir den Raum, deine wahre Größe und Stärke sichtbar werden zu lassen.

Wahre Größe zeigt sich nicht dann, wenn wir so tun als hätten wir keine Schwächen, sondern in unserem souveränen Umgang mit Stärke und Schwäche.

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Schwächen sind Chancen für Wachstum

Wenn du ein kleines Fohlen anschaust, das auf staksigen Beinen durch die Wiese tapst, würdest du es ablehnen, weil es kein perfektes Pferd ist?

In der Natur fällt es so leicht zu erkennen, dass alles was „unfertig“ ist, wachsen und vollständig werden möchte.

Unsere Fehler und Schwächen sind der Ort, wo sich die Chance für Wachstum verbergen. Ein guter Coach hilft dir dabei, deinen Schwächen liebevoll zu begegnen und sie schrittweise zu verwandeln.

Ein guter Coach steht mit dir vor einer inneren Baustelle und sagt: „Hier wird dein neues Haus entstehen. Ich kann es schon sehen. Komm, wir legen das Fundament für das Neue.“

Wenn du als Coach wirklich authentisch rüberkommen möchtest, muss dir bewusst sein, dass deine innere Einstellung deinen eigenen Schwächen gegenüber in der Beziehung zu deinen Klienten eine entscheidende Rolle spielt.

Selbst wenn du nicht darüber sprichst – man spürt deine innere Einstellung.

Wenn deine innere Einstellung mit dem was du sagst übereinstimmt, bist du authentisch.

Authentizität ist die Basis für Vertrauen.

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Zu deinen Schwächen und Stärken stehen

Ich möchte auf keinen Fall den Anschein erwecken, dass du als Coach den lieben langen Tag über deine Schwächen jammern solltest – aber ich glaube eine Portion Ehrlichkeit kann niemals schaden.

Jeder Coach entscheidet für sich selbst, in welcher Form er diese Ehrlichkeit leben möchte.

Sie kann sich in einem warmherzigen Humor äußern, in einer Bereitschaft hier und da deine eigenen Erfahrungen einzubringen und in deiner ehrlichen Anteilnahme, wenn deine Klienten sich dir mitteilen.

Das Schöne ist, dass du deine Stärken viel leichter zeigen kannst, wenn du eine liebevolle Beziehung zu deinen Schwächen hast.

Denke an einen ursprünglichen Natur-Garten. Da gibt es auf der einen Seite die volle Blütenpracht – und auf der anderen Seite den Komposthaufen. Es gibt lebendige Sträucher und vielleicht einen toten Baum.

In unserer Ganzheit zeigt sich unser wahres Wesen.

Natürlich, ursprünglich – menschlich.

P.S. Falls du erwachende Menschen auf ihrem Entwicklungsweg begleiten möchtest –
trage dich jetzt in die Interessenliste für die Ausbildung zum Awakening Coach ein.
Das Beste ist: Du musst nicht perfekt sein, um teilzunehmen 😉