Hast du dich jemals gefragt, wie es sich anfühlt, vollkommen authentisch zu sein? Deine tiefsten Überzeugungen offen auszusprechen, auch wenn sie nicht dem Mainstream entsprechen? Vor einigen Monaten habe ich genau diesen Schritt gewagt und mich öffentlich zu meinem christlichen Glauben bekannt.
Die Reaktionen waren vielfältig und haben mich tief berührt. Manche waren überrascht, andere verunsichert, einige sogar erschrocken. Doch was mich am meisten bewegte, waren die ehrlichen Gespräche, die daraus entstanden. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass wahre Verbindung oft dort beginnt, wo wir den Mut finden, unser authentisches Selbst zu zeigen.
In unserer heutigen Welt ist es selten geworden, Menschen zu begegnen, die ihren Glauben nicht nur als kulturelles Erbe betrachten, sondern ihn wirklich leben. Noch seltener sind jene, die offen darüber sprechen. Viele halten viele ihre spirituellen Überzeugungen versteckt – aus Angst vor Ablehnung, Missverständnissen oder sogar Anfeindungen.
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Die Wunde des religiösen Traumas heilen
Durch die vielen Gespräche wurde mir etwas sehr Wichtiges bewusst: Viele Menschen tragen ein religiöses Trauma mit sich. Religiöses Trauma entsteht, wenn Menschen im Namen des Glaubens Gewalt, Druck oder Angstmacherei erfahren haben. Es ist wie eine tiefe Wunde, die bei der leisesten Berührung schmerzt. Wenn ich über meinen Glauben spreche, kann das für jemanden mit religiösem Trauma wie das Berühren dieser Wunde sein – selbst wenn meine Worte sanft und ohne Druck sind.
Stell dir vor, du wurdest einmal schwer von einem Auto angefahren. Nun sitzt du in einem Raum, wo jemand begeistert über Autos spricht. Dein Herz beginnt zu rasen, deine Hände werden feucht – nicht weil die Person dir schaden will, sondern weil das Wort „Auto“ allein schon all diese schmerzhaften Erinnerungen wachruft.
Für mich ist es wichtig, diesen Menschen Raum zu geben. Zu sagen: „Ich sehe deinen Schmerz. Ich verstehe, dass du verletzt wurdest. Ich bin nicht hier, um dir etwas aufzuzwingen oder dich zu verurteilen.“ Denn Heilung beginnt mit Verständnis und Mitgefühl.
Der Wert des echten Gesprächs
Was mich besonders berührt hat, waren die ehrlichen Rückmeldungen, von Menschen, die sagten: „Lea, was du glaubst, finde ich voll daneben“, aber dann bereit waren, sich mit mir darüber auszutauschen. Diese Offenheit sehe ich als Zeichen von Gesundheit und Vertrauen.
In einer Zeit, in der wir oft nur mit Gleichgesinnten sprechen oder bei Meinungsverschiedenheiten sofort den Kontakt abbrechen, ist das echte Gespräch wie ein kostbarer Schatz geworden. Miteinander zu reden bedeutet, wirklich zuzuhören, die eigene Position zu erklären und dann wieder zuzuhören. Viele haben verlernt, respektvoll über Themen zu sprechen, bei denen sie unterschiedlicher Meinung sind. Stattdessen wählen sie Kontaktabbruch, Verdammung oder Ausgrenzung.
Wahre Kommunikation bedeutet, ehrlich über unsere Ängste, Erfahrungen und Überzeugungen zu sprechen. Es bedeutet, Fragen zu stellen und wirklich verstehen zu wollen, warum der andere denkt und glaubt, wie er es tut. Wie ein Brückenbauer, der von beiden Ufern aus arbeitet, müssen wir bereit sein, einen Teil des Weges aufeinander zuzugehen.
Ankündigung meiner Winterpause
Mein Morgenlicht-Podcast macht im Dezember eine Winterpause. Am 2. Dezember kommt mein letzter Podcast in diesem Jahr, wenn alles klappt teile ich euch meinen Jahresrückblick und eine Vorschau auf 2026 und dann werde ich Anfang Januar wieder für euch da sein.
