Stell dir vor, du stehst an einem Scheideweg. Auf der einen Seite wartet deine Herkunftsfamilie mit all ihren Erwartungen und Forderungen. Auf der anderen Seite spürst du eine leise Stimme in dir, die nach Heilung ruft, nach Raum zum Atmen. Vielleicht fragst du dich gerade: Bin ich egoistisch, wenn ich Abstand nehme? Diese Frage beschäftigt unzählige Menschen, die sich auf den Weg der Traumaheilung begeben haben.
Wenn du beginnst, deine eigene Geschichte aufzuarbeiten, kann es sein, dass du plötzlich merkst: Der Kontakt zu meinen Eltern tut mir nicht gut. Nicht jetzt. Nicht in dieser Phase. Und sofort meldet sich dieses nagend Schuldgefühl. Bin ich meinen Eltern diesen Kontakt nicht schuldig? Muss ich nicht funktionieren, bei jeder Geburtstagsfeier erscheinen, jedes Telefonat führen?
Heute möchte ich mit dir einen Weg durch dieses Dickicht finden. Einen Weg, der deine Heilung ernst nimmt und gleichzeitig Klarheit schafft über das, was wirklich wichtig ist. Denn deine Heilung ist nicht egoistisch – sie ist notwendig.
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Unsichtbare Wunden in „heilen Familien“
Es gibt Familien, die von außen perfekt aussehen. Aufgeräumt, ordentlich, freundlich. Niemand würde vermuten, was hinter verschlossenen Türen geschieht. Die Grausamkeit, die niemand sieht, ist oft die tiefste. Eine meiner Klientinnen beschrieb es einmal so: „Ich bin wie in einem Museum aufgewachsen. Alles musste perfekt sein. Ich durfte mich nicht bewegen, nicht laut sein, nicht Kind sein. Ich hatte keinen Raum.“
Andere erzählen von regelmäßigen Schlägen, von Grenzüberschreitungen, von emotionaler Kälte. Und oft wird das so selbstverständlich erzählt, als wäre es die normalste Sache der Welt. „Ja, mein Vater hat mich halt alle paar Wochen mit dem Holzschuh verprügelt. So war das eben damals.“ Erst wenn wir wirklich in den Körper hineinspüren, der das alles erlebt hat, zeigt sich das wahre Ausmaß. Die Erstarrung im Rücken. Die Daueranspannung. Die Unfähigkeit, sich bei anderen Menschen wirklich sicher zu fühlen.
Für mich ist es wichtig, Menschen in ihrer Wahrnehmung zu bestätigen. Was dein Körper dir zeigt, ist real. Die Gefühle, die hochkommen, wenn du deine frühe Geschichte aufarbeitest – sie hatten ihre Berechtigung. Das war das, was ein Baby fühlte, was ein Kleinkind durchlebte. Wir können das nicht mit unserer Erwachsenenperspektive kleinreden.
Wenn die Begegnung zur Belastung wird
In dieser Phase kann die Begegnung mit Menschen, die den ursprünglichen Schmerz verursacht haben, extrem schwierig sein. Und das hat nichts damit zu tun, dass du böse oder nachtragend wärst. Es liegt daran, dass dein Wesen gerade eine tiefe Wunde heilt. Für das Baby in deinem Inneren, für das verletzte Kind in dir ist die Person, die vor dir steht, immer noch diejenige, die nicht kam, als du geschrien hast. Die dich geschlagen hat. Die dich abgelehnt hat.
Allein die Energie dieser Person bringt alles in dir ins Schwingen. Die alten Muster werden aktiviert. Die Angst kommt hoch. Die Erstarrung. Die Überforderung. Und dann kommen die Schuldgefühle: Eigentlich müsste ich doch… Ich sollte doch… Es wäre doch richtig, wenn…
Lass mich dir eine klare Perspektive geben: Jeder Mensch, der gerade im Schmerz ist, der überfordert ist, der heilt, hat ein Recht darauf, sich zurückzuziehen. Genauso ist es mit emotionalen Wunden. Du darfst heilen. Du darfst dir den Raum nehmen, den du brauchst. Und die Menschen in deinem Leben werden unterschiedlich darauf reagieren. Manche werden es verstehen und akzeptieren. Sie werden sagen: „Melde dich, wenn es dir besser geht. Ich bin hier.“ Andere werden es nicht akzeptieren. Sie werden sagen: „Mir ist egal, wie es dir geht. Ich will, was ich will. Du musst funktionieren.“
Wie wir mit Eltern umgehen, die uns verletzt haben und wie wir mit Schuldgefühlen umgehen, wenn wir Abstand brauchen, teile ich in meinem aktuellen Podcast mit dir.
Diesen Sommer: Morgenlicht Onlinekurs mit Begleitung

Vom 15. Juni bis 31. Juli biete ich meinen Morgenlicht-Onlinekurs erstmals begleitet an – 7 Wochen lang, gemeinsam in einer lebendigen Community.
Der Kurs richtet sich an alle, die ihr eigenes Handwerkszeug für die körperorientierte Traumaheilung entwickeln wollen – du kannst sozusagen „dein eigener Traumaheiler“ werden.
Was dich erwartet:
- 7 Live-Calls mit mir via Zoom
- Ein privates Forum für Fragen und Austausch
- Live-Events vom Oasen-Team
- Zugang zu allen Inhalten des bewährten Selbststudium-Kurses
Wenn du den Kurs bereits hast: Du kannst einfach teilnehmen – alle Live-Angebote stehen dir offen.
Und für alle, die den Kurs noch nicht haben und dabei sein wollen: Wartet auf die offizielle Anmeldung am 5. Mai – es gibt einen besonderen Sparpreis, damit Heilung für möglichst viele Menschen möglich wird. Neuigkeiten dazu kommen in den nächsten Wochen. Ich halte euch auf dem Laufenden. 🌱
- Anmeldung ab: 5. Mai
